Creative Arts by Philipp&Philipp
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Hugentobler

  • VLOG: OBERBLEGISEE


    In einer lauen Sommernacht fotografierten wir die Milchstrasse am wunderschönen Bergsee im Kanton Glarus. Der Oberblegisee zählt zu den schönsten Bergseen in der Schweiz. Der tiefblaue Bergsee ist durch eine Gletschermoräne entstanden. Hier heisst es Inne halten und sich von der atemberaubenden Kulisse verzaubern zu lassen. Laut hallt das Echo vom eindrucksvollen Glärnischmassiv zurück. Was wir sonst noch erlebt haben erfährst du im Video:

  • VLOG: Val de Travers

    Weihnachten steht vor der Tür, doch im Flachland sieht es momentan eher trist aus. Das Philipp&Philipp-Team entscheidet sich deshalb, zwei Tage im wunderschönen, vom Schnee gezuckerten Val de Travers zu verbringen. Vorteil für diese Tour innerhalb der Schweiz: Wir können das ganze Auto mit Gear vollpacken. Ziel der Reise sind Aufnahmen des atemberaubenden Creux du Van, welcher hoffentlich bereits Schneebedeckt ist. Doch auch Gämse und Steinböcke soll es in der Region geben und mit dem Absinth, welcher dieses verschlafenen Tal seinen Geburtsort nennt, sind Kandidaten für weitere Attraktionen vorhanden. Gelingen uns gute Aufnahmen des „Canyon der Schweiz“? Sehen wir noch das eine oder andere wildlebende Tier und wie mundet uns der Absinth? Das alles siehst du in diesem Video:

    Lalala

    Hier steht der Text

  • VLOG: San Gottardo

    Nachdem wir in den letzten Wochen unser Outdoor Equipment mit u.a. einem neuen Zelt erweitert hatten, freuten wir uns, dies an einem Augustwochenende auszuprobieren. Zu unserem Team wird auf dieser Reise auch Ivan Hung gehören. Eigentlich wollten wir zu den Jöriseen nahe Klosters, jedoch war der Wetterbericht nicht ideal und wir entschlossen uns spontan, in die Gotthardregion zu fahren. Unser Foto Equipment  beschränkten wir auf das nötigste, hatten jedoch trotzdem 3 prall volle Rucksäcke und einiges an Supplement den Berg rauf zu schleppen. Was wir auf dem Trip alles erlebten siehst du im Video:

    Lalala

    Hier steht der Text

  • Rückreise

    Der letzte Tag auf Mallorca bricht leider an. Wir packen unsere Sachen und räumen die Finca auf. Danach fahren wir in Richtung Südküste, da wir bei der Eingangsmoderation tontechnische Probleme hatten und uns diese noch fehlt, wollen wir an einem geeigneten Spot nochmals eine Einstellung drehen. Die Suche gestaltet sich schwieriger als Gedacht, der Cap Blanc Leuchtturm, welcher unser Interesse geweckt hat ist leider eingezäumt und abgeschlossen, was wir erst vor Ort bemerken. Solche Rückschläge gehören natürlich zum Leben eines Landschaftsfotografen und wir lassen uns dadurch selbstverständlich nicht entmutigen. Wir finden einen guten Spot und bringen die letzte Szene, welche in der Episode die erste Szene sein wird, in den Kasten und verstauen unser Equipment danach sicher für den Flug. Auf dem Weg zum Flughafen fahren wir noch dem Ballermann entlang und sind froh, dass wir unsere Zelte in der wunderschönen Sierra de Tramuntana und nicht in dieser Gegend aufgeschlagen haben. In der Nähe von Palma essen wir noch eine Kleinigkeit, bevor wir zum Flughafen fahren und unseren Flieger in Richtung Zürich besteigen

  • Orangenfarm und Schlüsselsuche

    Nachdem wir die letzten beiden Tage oft im Sattel sassen, ging es am zweitletzten Drehtag etwas ruhiger zu und her. Etwas später als gewohnt fahren wir, immer noch etwas verschlafen kurz nach acht Uhr los. Wir fahren die Bergstrasse hoch und kurz nach Guix erblicken wir auch die ersten Überreste von Schnee. Kurz vor Gorg Blau erblicken unsere geschulten Wildlifeaugen Schwarze Geier in der Luft.

    Die Tiere sind äusserst selten und in der Region gibt es nur sechs Brutpaare… und eines davon zieht direkt vor unseren Augen seine Kreise! Ein Glücksfall, wir montieren das 150-600 mm und das 70-200 mm an unseren Sonys und machen einige Aufnahmen dieser schönen Tiere, bevor es weitergeht.

    In Port-de-Soller geben wir unsere Mountainbikes zurück und fahren dann zur Huerto de sa Vinyassa zu Füssen der Sierra d’Alfàbia in der Nähe von Soller. Die Anlage ist schön gestaltet und wir entdecken zwischen Orangen- und Zitronenbäumen Hühner, Hähne und sogar einen Pfau, welcher uns seinen prachtvollen Federschmuck präsentiert.

    Wir machen, wie immer, Fotos und Videos, wobei Philipp Meier heute für die Filmaufnahmen und Philipp Hugentobler für die Moderationen und Fotos zuständig ist. Wir verweilen einige Zeit an diesem schönen Fleck Erde und geniessen einen frisch gepressten Orangensaft.

    Es ist kurz vor Mittag und wir brechen auf. Ziel ist es, der MA-10 zu Folgen und pünktlich zum Sonnenuntergang am berühmten Leuchtturm am Cap de Formetor zu sein. Wir geniessen die Fahrt durch die Gebirgskette und es wäre alles perfekt gewesen, wäre uns nicht kurz vor Port de Pollenca aufgefallen, dass wir nicht wissen wo der Hausschlüssel ist. Wir halten im Städtchen an und stellen das Auto auf den Kopf – Nichts! Wir diskutieren und rekonstruieren, mit dem Resultat das beide meinen der andere hätte die Tür geschlossen. Kann das wirklich sein? Das müsste doch aufgefallen sein? Oder haben wir den Schlüssel verloren? Was sollen wir nun machen? Zum Leuchtturm? Nach Hause? Wir entscheiden uns, zuerst einmal unsere knurrenden Mägen zu befriedigen und setzen uns in ein Restaurant an der Hafenpromenade. Nachdem wir uns gestärkt haben, entscheiden wir uns, zurück nach Caimari zu fahren. Es ist bereits dunkel als wir dort ankommen und die Spannung steigt… Als wir bei der Finca ankommen dann der Schock: Die Tür ist sperrangelweit offen, der Schlüssel steckt, die Heizung läuft und das Licht brennt. Wurde eingebrochen? Philipp Hugentoblers Laptop liegt, wie auf dem Präsentierteller auf dem Stubentisch, von der Tür aus perfekt sichtbar. Die Finca war seit den Morgenstunden in diesem Zustand, doch niemand hat sie betreten – Glück im Unglück.

    Wir setzen uns erstmal hin und sichern die Daten des Tages. Wir entscheiden uns für ein alternatives Ende der Episode. So drehen wir zuerst noch einige Einstellungen in der Finca und danach fahren wir noch zu einem Baum auf einem Felsen nördlich von Caimari, um die Schlussmoderation aufzunehmen. Danach gönnen wir uns ein paar Probiererlis und eine gute Zigarre auf der Dachterrasse und stossen auf eine erfolgreiche und interessante Zeit in Caimari an.

  • La Trapa und die Küstenstrasse

    Wiederum Abfahrt um 7:30 Uhr. Diesmal vorbei an der Inselhauptstadt Palma de Mallorca bis zum Küstenstädtchen Saint Elm. Hier filmen wir ausführlich den Start unserer heutigen Etappe und das Zusammenbauen der Mountainbikes. Zuerst durch einen kleinen Wald und dann durch immer unwegsameres Gelände und Abschnitte, die eher an eine Kletter- als an eine Mountainbiketour erinnern. Langsam bemerken wir, dass die alten Pilgerwege, welche zum Trappistenkloster auf den Klippen führen, wohl doch eher eine Route auf Schusters Rappen ist. Obwohl das Mountainbikeapp von Philipp Meier etwas anderes sagt. Trotzdem geniessen wir die mediterrane Vegetation und den Ausblick auf die Insel Sa Dragonera, welche aus diesem Winkel wirklich einem liegenden Drachen ähnelt. Wir überwinden die letzten Höhenmeter und erreichen La Trapa. Die Trappisten spalteten sich von den Zisterziensern im 17. Jahrhundert ab und lebten fortan in völliger Askese und Autarkie. Dem Zustand des Klosters zu Folge lebt aber schon lange niemand mehr hier. Wir geniessen die prächtige Aussicht bei Kaiserwetter, fotografieren und stärken uns mit unseren leckeren Sandwiches.

    Nach einiger Zeit geht es nochmals kurz den Berg auf, bevor wir den 370 Meter hohen Col de ses Animes erreichen. Fortan geht es nur noch den Hang durab und wir erreichen noch vor Mittag Saint Elm, wo wir uns einen kleinen Snack in der Gartenwirtschaft von La Cocotte de San Telmo gönnen. Wir verstauen unsere Mountainbikes wieder im Kofferraum und fahren der atemberaubenden Küstenstrasse 10 entlang. Im Verlaufe des Nachmittags erreichen wir Banyalbufar. Das kleine Örtchen ist bekannt für die Terrassenbauten, welche von den Mauren angelegt wurden. Vom Torre del Verger, einem mittelalterlichen Wachturm hat man eine gute Sicht auf die Felder im Hang. Wir verweilen einige Zeit an dieser Location und fahren dann weiter. Die Sonne neigt sich schon langsam dem Horizont zu und wir müssen uns beeilen, unsere nächste Location noch vor Sonnenuntergang zu erreichen.

    Die Cala de Deia ist eine Bucht, welche durch steinige Klippen geprägt ist. Das Restaurant ist leider aufgrund der Jahreszeit geschlossen. Wir machen einige Langzeitbelichtungen und Philipp Meier moderiert die Aufnahmen, jedoch ist der Himmel heute stark bewölkt und die Fotos werden nicht so spektakulär wie erhofft.

    Nach Einbruch der Dunkelheit packen wir unsere Sachen zusammen und fahren zurück nach Caimari.

  • Orangenexpress und Bergpreis

    Da wir in der zweiten Episode mit Bahn, Velo und Tram reisen möchten zwingen uns logistische Überlegungen zu einem speziellen Tagesplan: Mit dem Auto nach Soller fahren, Moderation am Bahnhof, weiter nach Port-de-Soller, Rennvelos aufladen, nach Bunyola fahren, mit dem Rennvelo über den Col-de-Soler bis nach Port-de-Soller fahren, Rennvelos gegen Mountainbikes tauschen (für den nächsten Tag), Mountainbikes anketten, mit dem Tram nach Soller fahren, von dort aus mit dem Zug nach Bunyola, mit demAuto zurück nach Port-de-Soller, Mountainbikes aufladen und zurück nach Caimari.

    Gings zu schnell? Nun, alles der Reihe nach:

    Um 7:30 Uhr fahren wir, noch etwas müde vom Kochen des letzten Abends, in Caimari ab. Nach gut einer Stunde erreichen wir das Städtchen Soller, welches als Orangenhauptstadt Mallorcas gehandelt wird. Das weiche Morgenlicht schmeichelt den idyllischen Gäschen und wir beobachten wie das Leben erwacht und die ersten Mallorquiner in den zahlreichen Strassencafes ihre erste Dosis Koffein zu sich nehmen. Wir laufen zum üppig ausgestatteten Bahnhof und nehmen eine Moderation aus und bannen den ersten Zug des Morgens (in Richtung Palma) auf Film. 1911 begann man mit dem Bau der Bahn, welche den Transport der Orangen und Zitronen nach Palma beschleundigte und mithalf, dass Soller eine der wohlhabensten Gemeinden in Mallorca wurde. Heute dient der Zug vor allem den zahlreichen Touristen, die es sich nicht nehmen lassen in den alten Triebwagen des „Orangenexpress“ durch die zahlreichen Tunnel und Viadukte der Serra de Tramuntana zu rauschen. Wir fahren erstmals in die andere Richtung. Im Küstenort Port-de-Soller mieten wir zwei Rennvelos und stauen diese mit Müh und Not in unser Auto. Vollgepackt fahren wir nun durch den Tunnel nach Bunyola, wo wir es gerade noch schaffen, den Gegenzug (Palma-Soller) auf Film zu bannen.

    Danach ist körperliche Fitness gefragt. Mit dem Rennvelo geht es den Pass hoch, insgesamt werden auf knapp 7.5 Km rund 500 Höhenmeter überwunden. Wir nehmen es gemütlich, geniessen die Landschaft und machen Video- und Fotoaufnahmen. Auf der Passhöhe angekommen genehmigen wir uns eine kleine Pause im Gipfelrestaurant, in welchem klar ersichtlich ist, dass schon manche Berühmtheit diese Steigungen auf dem Drahtesel in Angriff genommen hat. Obwohl die Route, welche zu den Klassikern auf der für Rennvelotouren bekannten Inseln gehört, nicht sonderlich anspruchsvoll ist, merken wir die Steigung in unseren Beinen. Dies liegt sicherlich am Film- und Fotoequipment, welches wir natürlich mitnehmen mussten.

    Die Abfahrt ist dann wesentlich einfacher und wir erreichen Port-de-Soller kurz nach Mittag. Wir haben genügend Zeit, die Rennvelos gegen Mountainbikes zu tauschen, an der Strandpromenade in einem Restaurant eine Pizza zu verdrücken und noch etwas durch das Hafenareal zu flanieren. Dann besteigen wir den Triebwagen der Tranvía de Sóller. Die kleine Strassenbahn nahm 1913 den Betrieb auf und verbindet seither Soller mit Port-de-Soller. Wir stehen auf der offenen Plattform, geniessen die Aussicht und ein netter Kondukteur erklärt uns die Eigenheiten des Zuges. In Soller steigen wir auf den Orangenexpress um, welcher uns nach Bunyola bringt, wo unser Auto bereits auf uns wartet. Wir fahren zurück nach Port-de-Soller und fotografieren noch ein wenig. Uns fällt ein Fischer auf, welcher wohl schon manchen Abend am Hafenbecken mit seiner Angelrute verbrachte.

    Philipp Hugentobler wollte unbedingt ein Tram auf der Seepromenade zur Goldenen Stunde fotografieren. Wir warteten auf den perfekten Moment und nachdem das Bild im Kasten war, packten wir unsere Mountainbikes ins Auto und fuhren in Richtung Caimari. Wir kauften noch einige Leckereien in einem Supermarkt und liessen den Tag bei einem Bierchen und einer leckeren Fleisch-/Käseplatte ausklingen.

  • Kulinarische Höhenflüge

    Für heute Abend plant Chefkoch Philipp Meier eine landestypische Paella zu kochen. Wir möchten jedoch nicht auf importierte Dosenprodukte zurückgreifen sondern möglichst frische und regionale Zutaten verwenden. Deshalb besteht das Morgenprogramm aus einer Einkauftour in einem der grössten Wochenmarkte der Insel. Dieser befindet sich in der rund acht Kilometer entfernten Stadt Inca, welche vor allem für ihre Ledererzeugnisse bekannt ist. Die Gassen in der kleinen Altstadt sind sehr eng und unübersichtlich und so benötigten wir doch einige Zeit, bis wir die Markthalle und einen geeigneten Parkplatz fanden. Ausgerüstet mit mehreren Kameras, Gimbal und Shoulder Rig beginnen wir inmitten der gutduftenden Stände zu fotografieren und zu filmen. Insbesondere Philipp Meier, welcher die heutige Episode moderiert ist begeistert von den lokalen Spezialitäten und ganz in seinem Element. Durch unser Grossaufgebot an Equipement erwecken wir wohl den Anschein, für eine grössere Produktion unterwegs zu sein und so werden wir an jedem Stand mit Unmengen an Tipps und Gratisproben überhäuft. Wir kaufen grosszügig ein und insbesondere auf den Geschmack der gigantisch grossen Gänseeier sind wir sehr gespannt.

    Wir fahren zu unserer Fica zurück und versorgen die Zutaten im Kühlschrank und müssen dann gleich weiter, dass nächste Highlight wartet bereits auf uns. Die Olivenölmühle Sa Tafona liegt am Ortsrand von Caimari und wir sind an diesem herrlichen Februarmittag beinahe die einzigen Gäste. Auch hier kommen wir schnell mit der netten Dame des Hauses ins Gespräch, welche uns einiges über die rund 15 Jahre alte Mühle erzählt.

    Leider sind wir nicht in der Erntezeit, welche eher im Herbst liegt, vor Ort, wir lassen es uns jedoch nicht nehmen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und einige Foto- und Filmaufnahmen zu machen. Das Gebäude liegt inmitten von teilweise hundertjährigen Olivenbäumen, welche von Generation zu Generation weitervererbt werden und wir machen noch einige Aufnahmen im Freien, bevor wir Felanitx in unser Navi eingeben und in Richtung Süden Brettern.

    Das kleine Städtchen ist bekannt für seine Weinproduktion und wir hoffen, eine ebensolche besuchen zu können. Doch leider bleibt uns das Glück vergönnt, die von uns angepeilten Adressen haben leider geschlossen oder befinden sich nicht an der von uns eruierten Adresse. Jänu denken wir uns und parkieren unsere Karosse in der Stadt. Wir machen einige Aufnahmen im Stadtzentrum und verpflegen uns in einem kleinen Imbiss.

    Wir fahren zurück in Richtung Caimari und kurz bevor wir Inca erreichen erhellt eine Werbetafel auf der linken Seite der Strasse unsere Gemüter. Nach wenigen Minuten biegen wir ab und folgen den Wegweisern zum Weingut Son Bordils, welches auf der obengenannten Anzeige angepriesen wurde. Wir betreten die Halle und werden bereits freudig in Empfang genommen. Auch hier erhalten wir eine Führung durch die Produktion und die Lagerhallen und Philipp Meier probiert die gesamte Palette des edlen Tropfens (Philipp Hugentobler muss ja fahren).

    Wir kaufen eine Flasche, welche wir am heutigen Abend passend zur Paella trinken möchten und machen uns auf den Weg: Unser Vermieter gab uns noch den Tipp, dass aufgrund starker Regenfälle die Wälder um Campanet unter Wasser stehen. Für uns natürlich das ideale Fotomotiv und so nehmen wir den kleinen Umweg in Kauf, um diesem Naturspektakel beizuwohnen. Doch auch nach mehrmaligen Nachfragen bei Einheimischen gelingt es uns vor Ort nicht, das Naturschauspiel zu finden. So machen wir uns auf den Weg in Richtung Caimari, wo wir in der Abenddämmerung noch einige Aufnahmen des Dorfes machen können, bevor wir uns in unsere Finca zurückziehen.

    Doch der Tag ist noch lange nicht vorbei. Im Stile einer grossen Kochshow wird die Küche zu einem Studio umfunktioniert und fünf Kameras sorgen dafür, dass wir jedes Detail des Zubereitungsprozesses dokumentieren können. Philipp Meier ist sofort wieder vom gleichen Elan befallen, welcher ihn schon durch die morgige Einkaufstour begleitete. Geschickt schnetzelt, schält, rührt und kocht er die frischen Zutaten, welche sich im Verlaufe des Abends zu einer leckeren Paella vereinen. Um knapp 23:30 Uhr sind alle Aufnahmen im Kasten und wir lassen uns das leckere Gericht ordentlich schmecken – Nach diesem interessanten aber auch anstrengenden Tag haben wir uns dies ordentlich verdient.

  • Daugavpils und das Brotmuseum

    Am nächsten Morgen werden wir durch ein gutes Frühstück überrascht, dazu gibt es einen leckeren frischgepressten Orangensaft.  Es folgt die wichtigste Entscheidung des Tages: Wer muss fahren? Der Münzwurf entscheidet und nachdem Philipp Hugentobler bis anhin sämtliche Münzwürfe dieser Reise verloren hat gewinnt er nun den wichtigsten: Meier muss fahren. Wir fahren nach Daugavpils. Die russisch geprägte Stadt nahe der Weissrussischen Grenze zählt rund 95.000 Einwohner und ist, gelinde gesagt nicht gerade ein Juwel von Stadt.

    Geprägt durch den sowjetischen Plattenbauten Stil der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wirkt Düneburg, wie es zu Deutsch heisst, etwas in die Jahre gekommen. Wir laufen etwas durch die Stadt, durchs Einkaufszentrum (es läuft Berliner Deutschrap) und essen in einem Restaurant etwas kleines. Die Stadt besitzt sogar ein schienengebundenes Nahverkehrssysteme, mit interessant aussehenden Fahrzeugen (TRUS und BRAMs). Wir verlassen die Stadt und fahren ins Mark Rothko Arts Zentrum, welches sich in der alten Stadtfestung etwas ausserhalb befindet.

    Hier ist gerade eine Live Performance im Gange, ein Kunstwerk entsteht auf dem Vorplatz des Museums. Wir treffen die ursprünglich in Kalifornien geborene und nun in Berlin lebende Künstlerin Annkatherin Kraus und ihre holländische Kollegin Marie Jose, welche für den Event am kommenden Freitag eine Ton-Statue modellieren. Diese wird dann unter dem Motto „Spiel mit Ton&Flamme“ angezündet.

    Wir fahren nach Aglona, viel Verkehr und eine Unmenge an Polizeikontrolle, irgendwo in der Nähe scheint ein Volksfest zugange zu sein. Um 5 Uhr sind wir da, fahren dann nochmals fünf Kilometer zurück zu einer Tankstelle, auf der Suche nach einer SIM-Karte werden wir jedoch nicht fündig und essen anstelle einen Hotdog. Im MiniTop-Supermarkt werden wir dann entlich fündig. Dann fahren wir zu unserem eigentlichen Tagesziel, dem Brotmuseum in Aglona. Eine junge Dame, gekleided in der Landesüblichen Tracht, empfängt uns und wir lauschen zusammen mit einer schwedischen Reisegruppe ihren Ausführungen und Erzählungen über das ländliche Leben in früheren Zeiten und dem Hauptnahrungsmittel der Region: Brot. 

    Dazu gibt es leckere lokale Köstlichkeiten: Verschiedene Brotarten, Hüttenkäse, Lardo, leicht radioaktive Pfifferlingsuppe, gesalzene Gurken, Potatoes etc. Der Schwedische Senior Gustav gibt ein russisches Rezept preis: Roggenbrot, gesalzene Essiggurken, Sourcream, Honig und Kanja (Vodka). Ebendieser geht rum und jeder sagt oder singt etwas. Philipp Hugentobler ist ab diesen Pflichten wenig erfreut, ganz im Gegenteil zu Philipp Meier, welcher vor seinem obligaten Schluck das Lied „Sasa Geschmaused“ zum besten gibt.

    Es gibt noch einen Weichteig gefüllt mit Hüttenkäse. Dieser wird gebacken und dann in einem Topf mit Sauce (Butter, Salz und Sourcream) angereichert. Traditionell ist man es mit den Händen, weil man es oft als Kind ass. Ging man in früheren Zeiten zum Nachbar und dieser konnte dir immer Brot offerieren, zeigte dies aufgrund der Art und Verfügbarkeit des Brotes den Grad seines Wohlstandes. Je feiner man das Brot mahlt desto besser verdaulich ist es. Die Dame erklärt uns weiter, dass die Brotherstellung früher ausschliesslich Frauenarbeit war, die Männer kümmerten sich einzig um den Barley-Weizen, da dieser auch zum Brauen von Bier verwendet wurde.

    In Lettland gehörte es immer zum guten Ton, selbst ein Getränk zu erstellen, meist auf Kartoffelbasis.Wir dürfen selbst noch ein wenig mahlen und sie erwähnt, dass es früher verschiedene Rituale für eine gute Ernte gab, beispielsweise nur Samstags oder bei Neumond sähen oder drei Mal nackt um den Acker rennen. Nachdem die nette Dame noch einige traditionelle Lieder gesungen hat, beginnen die Leute zu tanzen. Für uns wird es nun Zeit aufzubrechen und wir verabschieden uns aus der illustren Truppe.

    Wir fahren zurück in Richtung Svente und entscheiden uns, an der Duna noch ein Sonnenuntergangsbild zu machen. Ein Mann beobachtet uns und wir entscheiden uns, die Location zu wechseln. Am zweiten Spot fotografieren wir einen alten Fabrikturm im Besten Licht und haben auf dem Rückweg auch noch das Glück, einen vorbeifahrenden Güterzug zu fotografieren.

    Zurück im Hotel filmen wir noch eine Moderation und fotografieren zu späten Stunde die Milchstrasse, bevor wir uns schlafen legen.

  • Wildpferde im Dviente Naturpark

    Als wir aufstehen sind einige der Hochzeitsgäste noch am Feiern und auch auf der Terasse beim Frühstück ist einigen anzumerken, dass ihre Nacht deutlich strenger war als unsere. Gestärkt verabschieden wir uns von den netten Gastgebern und dem frisch vermählten Ehepaar und brechen auf. An irgendeiner der zahlreichen Abzweigungen fahren wir falsch und landen nicht wie gewollt auf der A6, sondern auf einem Feldweg auf der anderen Seite der Duna. Die „Strasse“ ist in einem miserablen Zustand, Bäume liegen im Weg und die zahlreichen Pfützen und Schlaglöcher setzten unserem ohnehin bereits lädierten Auto noch mehr zu. Trotzdem nutzen wir die Gelegenheit und machen nocheinige Shots mit der DJI Phantom 4 und der GoPro. Danach nehmen wir einen Abzweiger zum Dviente Spaliene Naturpark, welcher 2004 gegründet wurde und die Flussniederungen, welche eine vielfältige Flora und Fauna beheimatet, schützen soll. Wir fahren zum Informationszentrum, wo uns ein netter Guide empfängt, welcher jedoch leider kein Englisch spricht.

    Deshalb bittet er Anna, eine Kultur-Studentin, welche gerade im Naturpark weilt um mit ihrer Folk-Gesangsgruppe Aufnahmen in der stillen Natur zu machen, die Übersetzerin zu spielen. Sie offerieren, uns die schönen Konik Polski Wildpferde zu zeigen, welche seit 2006 im Park leben.

    So laufen wir durch die Wiesenlandschaft und erblicken die Pferde. Der Guide geniesst grosses Vertrauen bei den Pferden und so gelingen uns einige gute Aufnahmen. Die Tiere sind wichtig für die Biospäre, da sie als natürliche „Rasenmäher“ das Gras kurz halten und so zu einer grossen Artenvielfalt beitragen.

    Wir laufen zurück zum Informationszentrum und sehen uns etwas im Shop um. Viele verschiedene Arten von Kräutertee werden verkauft und es gibt auch eine kleine Ausstellung über die Flora und Fauna im Park. Philipp Meier probiert noch ein Getränk, welches aus Biebersekreten hergestellt wird und je nach dem in welchen Mengen man es zu sich nimmt, verschiedene Effekte haben: Nur wenig wirkt es aufputschend und in grösseren Mengen wirkt es potenzsteigernd. Philipp bemerkt ersteinmal vor allem, dass der Mund vom hohen Alkoholgehalt etwas taub wird.

    Wir verabschieden uns und fahren weiter nach Svente, einer kleinen Ortschaft in der Nähe von Daugapils und checken im Svente Muiza ein. Das Herrenhaus wurde 1912 erbaut und diente während des zweiten Weltkrieges als Militärspital und danach während der Sovjetzeit als Schule. 2005 wurden das Gebäude renoviert und das Hotel wurde eröffnet. Wir richten uns im Zimmer ein und setzten uns auf die schöne Terasse, um Blogeinträge zu schreiben und unser Bild- und Videomaterial zu sichten. Nach dem Abendessen lernen wir noch Ivansk kennen, einen Unternehmer aus Riga, welcher hier einige ruhige Tage mit seiner Familie verbringt. Wir sitzen bis lange in die Nacht mit ihm zusammen und legen uns dann schlafen, denn der nächste Tag wird wieder ein ereignisreicher.